Ich bin 30 Jahre alt, Mutter von 2 Kindern. Letztes Jahr habe ich zu meinem 30. Geburtstag im März aufgehört zu rauchen. 2 Monate und 1 Tag war ich komplett erfolgreich. Sogar nach einer Ehekrise habe ich es weiter durchgezogen, bis zum Geburtstag einer Freundin. Zeitgleich habe ich meine Ernährung umgestellt, Sport gemacht und innert kürzester Zeit wurde ich sportlich und habe Gewicht verloren.
Dann kam der Geburtstag meiner Freundin und ich dacht: „jetzt darf ich mich belohnen - nur heute rauche ich wiedermal, bin frei, jung und wild.“
Naja. Was mit einer Ausnahme begann, wurde innert Monaten wieder fester Bestandteil meiner Routine. Zuerst nur schleichend. Bald aber hatte ich keine Kontrolle mehr. Ab Herbst rauchte ich dann wieder regelmässig, bis zu 1 Pk. pro Tag. Mit dem rauchen verschwanden auch die guten anderen Gewohnheiten wieder, meine Ernährung wurde ungesünder und Sport machte ich auch viel weniger. Ich versuchte oft wieder aufzuhören, ohne Chance. Es fühlte sich fast an wie Selbstsabotage. Extra Kompensation: extra viel essen, extra Schokolade, extra Alkohol und extra kein Sport. Alles vor dem Gedanken „ich kann eh nie etwas durchziehen im Leben“. Schwarz Weiss Denken zieht sich immer wieder durch meine Biografie.
Heute, am 8. März 2026, bin ich wieder seit 1 Monat und 8 Tagen rauchfrei. Und ich werde es für immer bleiben. Dieses Gefühl des Versagens oder das Gefühl des „ich schaffe es eh nie wieder“ will ich niemals mehr erleben.
Das gute ist: man kann immer wieder von vorne anfangen. Man kann alles schaffen! Egal wie oft. Egal wie verzweifelt man ist. Es gibt immer wieder eine Chance.
Mit dem Rauchstopp kommt auch in anderen Bereichen wieder mehr Motivation auf, Muster zu verändern: Sport zu machen, gesund zu essen. Es ist ein Dienst an die psychische Gesundheit. Es muss nicht perfekt sein.
Kleine Schritte reichen. Und wenn nicht alles auf‘s Mal geht, halte ich mich daran fest: wenigstens gab‘s keine Zigarette als Kompensation.