Tabak in Kombination mit Cannabis: Welche Gesundheitsrisiken bestehen?

In der Schweiz rauchen viele Personen Cannabis zusammen mit Tabak. Sie mixen die beiden Stoffe in einer selbstgedrehten Zigarette. Diese Zigarette heisst Joint. 

Personen, die Cannabis konsumieren, sind oft auch abhängig von Nikotin. Das betrifft Jugendliche und Erwachsene.

Welche Formen von Cannabis gibt es? 

Cannabis gibt es in unterschiedlichen Formen. Zum Beispiel: 

  • als getrocknete Blüten, Marihuana genannt; 

  • als Harz, Haschisch genannt; 

  • in Ölen und Extrakten.

Cannabis enthält THC und CBD. 

Was sind THC und CBD und wie wirken sie?  

THC ist ein Stoff, der auf das Gehirn und das Verhalten von Personen wirkt. Aus diesem Grund bezeichnen Experten THC als psychoaktiven Stoff.  

THC hat unterschiedliche Wirkungen: 

  • Es vermittelt ein Gefühl der Ruhe und Entspannung; 

  • Es erregt bei manchen Personen ein Gefühl grosser Euphorie; 

  • Es verändert die Weise, wie eine Person Zeit und Raum wahrnimmt; 

  • Es verändert die Stimmung; 

  • Es macht die Konzentration schwierig; 

  • Es bremst die Reflexe. 

Die Wirkungen von THC sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig: 

  • von der Person, die THC konsumiert; 

  • von der Menge an THC im Produkt; 

  • von der Art, wie THC konsumiert wird (raschere Wirkung beim Rauchen via Lunge, langsamere Wirkung beim Essen via Verdauung) 

  • von der Situation und der Umwelt, in der die Person THC konsumiert. 

CBD ist ein weiterer Wirkstoff, den in Cannabis vorkommt. Im Unterschied zu THC erregt CBD keine Euphorie. CBD soll schmerz- und entzündungslindern wirken. 

In der Schweiz erlaubt das Gesetz den Verkauf von CBD-Produkten. Es gibt unterschiedliche CBD-Produkte, beispielsweise Flüssigkeiten für E-Zigaretten. THC unterliegt in der Schweiz dem Betäubungsmittelgesetz.

In einigen Ländern wenden Ärztinnen und Ärzte Medikamente mit THC oder CBD zur Behandlung von Krankheiten und Beschwerden an. Beispielsweise bei: 

  • anhaltenden Schmerzen,

  • bestimmten Formen der Epilepsie,

  • Übelkeit oder Erbrechen nach einer Chemotherapie,

  • oder bestimmten Symptomen der Multiplen Sklerose.

Wie konsumieren Personen Tabak und Cannabis?

In der Schweiz rauchen viele Personen Cannabis, indem sie es mit Tabak mischen. 

Das gleichzeitige Rauchen von Tabak und Cannabis erhöht das Risiko für deine Gesundheit. Zu den schädlichen Wirkungen von Cannabis kommen noch diejenigen des Tabaks hinzu. 

Es gibt weitere Formen des Cannabiskonsums. Beispielsweise: 

  • Cannabis dampfen 

  • Cannabis erhitzen, ohne es zu verbrennen 

  • Cannabis-Produkte essen, zum Beispiel in Plätzchen oder Bonbons 

  • THC-haltige Getränke trinken. 

Welche Risiken hat das Konsumieren von Tabak und Cannabis?

Diese Risiken gehst du ein:

  • Das Risiko einer Nikotin-Abhängigkeit erhöht sich;

  • Der Zigarettenrauch enthält giftige Stoffe. Zum Beispiel Teer und Kohlenmonoxid;

  • Einige im Rauch enthaltene Stoffe erhöhen das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen;

  • Das Risiko für Husten und Schleimbildung erhöht sich;

  • Das Risiko für Atemwegsprobleme erhöht sich;

  • Das Risiko für Krankheiten der Lunge erhöht sich;

  • Das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erhöht sich;

  • Personen in der Umgebung, die den Rauch einatmen, haben ein höheres Risiko zu erkranken.

Ist Cannabis allein, ohne Tabak, besser? 

Wer Cannabis ohne Tabak konsumiert, vermeidet die zusätzlichen Risiken durch Tabak und Nikotin. Aber auch Cannabis ohne Tabak hat gesundheitliche Risiken. Dazu gehören: 

  • psychische Abhängigkeit

  • Risiken durch verunreinigtes oder gestrecktes Cannabis

  • verschiedene körperliche, psychische und soziale Reaktionen.

Wenn du den Rauch- und Nikotinstopp umsetzen willst, aber weiter Cannabis konsumieren willst, gibt es diese Formen des Konsums:

  • Inhalieren über Vapes 

  • Essen oder Trinken in verschiedenen Formen (Tee, Plätzchen, Joghurt).

Mehr Infos zu Konsum und Abhängigkeit von Cannabis findest du auf der Seite von SafeZone.ch.

Wo finde ich Hilfe und Beratung? 

Möchtest du mit dem Rauchen oder dem Konsum von Nikotin aufhören? Das Beratungsangebot stopsmoking unterstützt dich auf deinem Weg zum Rauch- und Nikotinstopp. Das Angebot ist kostenlos und anonym.

Wenn du aufhören willst, Cannabis zu konsumieren, wende dich an SafeZone.ch, die Plattform für Beratung zum Thema Abhängigkeit.

Quellen

Agrawal, A., Budney, A. J., & Lynskey, M. T. (2012). The co‐occurring use and misuse of cannabis and tobacco: a review. Addiction, 107(7), 1221–1233. https://doi.org/10.1111/j.1360-0443.2012.03837.x 

Infodrog – Schweizerische Koordinations- und Fachstelle Sucht. (n.d.). Cannabis. https://www.infodrog.ch/de/wissen/suchtformen/cannabis.html   

Jafarzadeh, N. S., Harlow, A. F., Walsh, C. A., Whaley, R. C., Han, D., Leventhal, A. M., & Barrington-Trimis, J. L. (2025). Assessment of nicotine and cannabis co-use among adolescents and the association with nicotine and cannabis dependence symptoms. Addictive Behaviors, 171, 108471. https://doi.org/10.1016/j.addbeh.2025.108471 

Kotz, D., Kastaun, S., Manthey, J., Hoch, E., & Klosterhalfen, S. (2024). Cannabis use in Germany: Frequency, routes of administration, and co-use of inhaled nicotine or tobacco products. Deutsches Ärzteblatt International, 121(2), 52–57. https://doi.org/10.3238/arztebl.m2023.0237 

Winhusen, T., Theobald, J., Kaelber, D. C., & Lewis, D. (2019). The association between regular cannabis use, with and without tobacco co-use, and adverse cardiovascular outcomes: cannabis may have a greater impact in non-tobacco smokers. The American Journal of Drug and Alcohol Abuse, 46(4), 454–461. https://doi.org/10.1080/00952990.2019.1676433  

Angepasst im Oktober 2026