Warum darf ich nicht ignorieren, dass mein Kind dampft oder vapt?
Viele Jugendliche denken, dass die E-Zigarette harmlos ist. Tatsächlich macht sie jedoch schnell und stark abhängig.
Laut Studien kommen 4 von 10 Minderjährigen über die E-Zigarette zum ersten Mal mit Nikotin in Kontakt. Viele von ihnen wechseln später auf herkömmliche Zigaretten und konsumieren regelmässig Nikotin.
Das Dampfen ist weder eine harmlose Gewohnheit noch ein einfacher Zeitvertreib. Im Gegenteil:
- Es erleichtert den Umstieg auf herkömmliche Zigaretten.
- Es macht stark abhängig, was das Aufhören schwierig macht.
- Es verleitet dazu, weitere Produkte mit Nikotin zu probieren.
Warum fangen Jugendliche an, Tabak oder Nikotin zu konsumieren?
Die häufigsten Gründe sind:
- Neugier und der Wunsch, Neues auszuprobieren
- der Einfluss von Freunden oder Gleichaltrigen
- Verlockende Aromen und Geschmacksrichtungen: Sie machen die Produkte angenehmer.
- Die Unterschätzung der Risiken: Viele Jugendliche glauben, dass Dampfen oder der Konsum von Nikotin harmlos sei.
- Stress, Leistungsdruck in der Schule, emotionale oder familiäre Schwierigkeiten
- Soziale Medien und Influencerinnen und Influencer: Sie stellen den Konsum als normal dar.
Welche Gesundheitsrisiken bestehen für Jugendliche?
Bei Jugendlichen befinden sich Gehirn und Körper noch in der Entwicklung. Daher reagieren sie besonders empfindlich auf Nikotin.
Nikotin schadet der Gesundheit. Es sorgt für ein höheres Risiko für:
- Krankheiten der Atemwege,
- Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Lernstörungen sowie für Impulsivität,
- Angststörungen oder Depressionen,
- den Wechsel auf normale Zigaretten.
In einigen Fällen steigen Jugendliche, die Tabak oder Nikotin konsumieren, später auf den Konsum von Rauschmitteln um. Zum Beispiel Alkohol oder Cannabis.
Wie stelle ich fest, ob mein Kind E-Zigaretten dampft, Zigaretten raucht oder Drogen konsumiert?
Folgende Punkte können Hinweise sein:
- Du nimmst Rauchgeruch oder Aromen an der Kleidung und in der Wohnung wahr.
- Du findest E-Zigaretten, Tabak, Nikotin oder weitere Produkte. Oder Alkohol.
- Deine Tochter oder dein Sohn zeigt in der Schule schlechtere Leistungen als früher.
- Deine Tochter oder dein Sohn ist reizbar oder hat Stimmungsschwankungen.
- Sie oder er bittet häufig um Geld.
- Deine Tochter oder dein Sohn hat Kontakt mit Personen, die einen starken Einfluss ausüben.
Achtung: Ein einzelnes Anzeichen weist nicht unbedingt auf den Konsum von Nikotin oder anderen Stoffen hin.
Mein Kind raucht oder dampft: Was soll ich tun?
- Vermeide eine Konfrontation. Höre geduldig zu.
- Wähle einen ruhigen Zeitpunkt, um darüber zu sprechen.
- Sag deinem Kind deutlich, dass du dich um seine Gesundheit sorgst.
- Schaffe eine Atmosphäre des Dialogs, des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts.
- Urteile nicht und drohe nicht.
Warum sollte ich mir Sorgen machen, wenn mein Kind mehrere Stoffe konsumiert?
Nicht alle Jugendlichen beschränken sich auf das Dampfen. Ungefähr jede vierte Person zwischen 12 und 17 Jahren kombiniert E-Zigaretten mit:
- herkömmlichen Zigaretten,
- Snus oder Nikotinbeuteln,
- oder ähnlichen Produkten mit Nikotin.
Nikotin macht schnell und stark abhängig. Einige Jugendliche sind so stark abhängig, dass sie immer mehr davon konsumieren.
Manchmal konsumieren Jugendliche zusätzlich zum Tabak oder Nikotin noch andere Rauschmittel oder illegale Drogen.
Warum ist das Mischen von Tabak oder Nikotin mit weiteren Stoffen gefährlich?
Manche Jugendliche mischen Tabak oder Nikotin mit weiteren Rauschmitteln. Am häufigsten sind das:
- Cannabis und
- Alkohol.
Das Mischen mehrerer Stoffe:
- erhöht die gesundheitlichen Risiken. Die Risiken hängen auch von der Art und Menge der gemischten Stoffe ab.
- verstärkt die Abhängigkeit nach den Stoffen.
- verursacht zusätzliche Schwierigkeiten beim Entzug und bei der Entwöhnung.
- beeinträchtigt das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.
- erhöht das Risiko für impulsives Verhalten und Unfälle.
- erhöht das Risiko für Nebenwirkungen oder für Vergiftungen.
Wann sollte ich mich an Fachleute wenden?
Es ist wichtig, die eigenen Grenzen als Elternteil zu erkennen, um dem eigenen Kind zu helfen. In solchen Situationen ist es ratsam, sich Hilfe zu holen.
Lass dich von Sucht-Fachleuten beraten, wenn deine Tochter oder dein Sohn:
- Tabak oder Nikotin konsumiert,
- mehrere Tabak- oder Nikotinprodukte konsumiert (beispielsweise E-Zigarette und herkömmliche Zigarette),
- es trotz Motivation nicht schafft, mit dem Konsum aufzuhören,
- den Konsum erhöht,
- wegen des Konsums Schwierigkeiten in der Schule, in Beziehungen oder in der Familie hat,
- Nikotin mit anderen Stoffen wie Alkohol oder Cannabis kombiniert.
Wo finde ich Hilfe und Unterstützung?
Bist du besorgt wegen des Drogenkonsums deines Kindes? Wende dich an:
- vapefree.info
- Fachleute der Psychotherapie, der Psychologie oder der Suchtberatung
- Das Beratungsangebot stopsmoking. Der Dienst ist anonym und kostenlos.
- Infodrog: Hier findest du die nächstgelegene Anlaufstelle bei Drogenkonsum.
Quellen
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