Welche rauchfreien Produkte gibt es und wie werden sie verwendet?
In der Schweiz sind folgende Produkte erhältlich:
Snus
- Er enthält Tabak und Nikotin.
- Er wird oft als feuchtes Pulver angeboten, entweder lose oder in kleinen Beuteln, ähnlich wie Teebeutel.
- Man legt ihn zwischen Lippe und Zahnfleisch. Die Schleimhaut im Mund nimmt das Nikotin und die verschiedenen chemischen Stoffe auf.
- Man nennt ihn auch schwedischen Snus, Oraltabak oder Lutschtabak.
Pouches
- Sie enthalten Nikotin, aber keinen Tabak.
- Das Nikotin ist künstlich hergestellt oder ist als Nikotinsalze drin. Pflanzenfasern und Zellulose ersetzen den Tabak.
- Die Beutel sind kleine, oft weisse Säckchen mit Aromastoffen.
- Man legt sie zwischen Lippe und Zahnfleisch. Die Schleimhaut nimmt das Nikotin und die verschiedenen chemischen Stoffe auf.
- Manche Geschäfte verkaufen sie unter der Bezeichnung «weisser Snus», «tabakfreier Snus» oder «Nikotinbeutel».
Schnupftabak
- Er enthält Tabak und Nikotin.
- Schnupftabak ist trockenes oder feuchtes Tabakpulver, das durch die Nase eingeatmet wird. Die Schleimhaut in der Nase nimmt das Nikotin und verschiedene chemische Stoffe auf.
- Man nennt ihn auch Snuff.
Kautabak
- Er enthält Tabak und Nikotin.
- Kautabak enthält Tabakblätterstücke in Form von Stangen, Platten, Zöpfen oder Blättern.
- Man legt ein Stück davon in den Mund, zwischen Wange und Zahnfleisch. Man kann es auch kauen. Der Speichel setzt das Nikotin und die verschiedenen chemischen Stoffe frei. Sie werden von der Schleimhaut im Mund aufgenommen.
- Den Speichel spuckt man aus.
Was enthalten diese Produkte?
Rauchfreie Tabak- und Nikotinprodukte enthalten:
- Nikotin, das auf das Gehirn wirkt und abhängig macht.
- Zusatzstoffe und Aromastoffe wie Minze, Früchte oder Süssigkeiten. Sie machen die Produkte angenehmer und attraktiver. Sie erleichtern den Einstieg in den Konsum oder dass man weiterhin konsumiert.
- Stoffe, die den pH-Wert regulieren. Der pH-Wert misst den Säuregehalt. Der Säuregehalt beeinflusst die Nikotinstärke. Bei einem hohen pH-Wert nimmt der Körper das Nikotin schneller und leichter auf. Das macht schneller abhängig.
- Chemische und krebserregende Stoffe aus dem Tabak, wie zum Beispiel Nitrosamine. Eine Studie hat gezeigt, dass auch Beutel manchmal Spuren davon enthalten.
Wer konsumiert in der Schweiz rauchfreie Produkte?
Eine aktuelle Umfrage zu Gesundheit und Lebensgewohnheiten der Schweizer Bevölkerung zeigt:
- Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren konsumieren rauchfreie Nikotinprodukte häufiger als Personen über 45 Jahre. Sie schätzen den Geschmack und wie das Nikotin wirkt.
- Erwachsene ab 25 Jahren konsumieren sie hauptsächlich, um das Risiko vom Tabakkonsum zu senken oder um mit dem Rauchen aufzuhören.
- Männer konsumieren mehr rauchfreie Produkte als Frauen.
Was sagt das Tabakproduktegesetz?
Seit Oktober 2024 gilt in der Schweiz das Tabakproduktegesetz (TabPG). Es verbietet den Verkauf und die Abgabe von allen tabak- und nikotinhaltigen Produkten an Personen unter 18 Jahren.
Das Gesetz verbietet jegliche sichtbare Werbung an öffentlichen Orten wie in Verkehrsmitteln, öffentlichen Gebäuden, in Kinos und auf Sportplätzen. Es verbietet zudem bestimmte Werbeaktionen, Werbegeschenke und Sponsoring.
Die Kantone dürfen strengere Gesetze erlassen als vom Bund vorgeschrieben.
Was ist das Ziel dieses Gesetzes?
Das Tabakproduktegesetz schützt Menschen vor den schädlichen Folgen von Tabak und Nikotin. Es soll zudem Kinder und Jugendliche besser schützen. Eine strengere Fassung tritt voraussichtlich 2027 in Kraft.
Obwohl es verboten ist, kauft eine Mehrheit der Jugendlichen diese Produkte selbst. Vor allem an Kiosken, in Geschäften oder im Internet.
Die Tabakindustrie betreibt aggressives Marketing, insbesondere über soziale Netzwerke. Sie zielt vor allem auf Jugendliche ab und nutzt Aromastoffe in den Produkten, die zum Konsum anregen. In der Werbung verwendet sie zudem irreführende Formulierungen. So ist beispielsweise von «sauberem Nikotin» oder einer «sichereren Alternative» die Rede.
Rauchfreie Tabak- und Nikotinprodukte sind unauffällig und sehr leicht erhältlich. Das macht es schwierig, den Verkauf zu regulieren und zu überwachen, besonders für Eltern.
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Literatur
Mallock N, Schulz T, Malke S, et al. (2024). Levels of nicotine and tobacco-specific nitrosamines in oral nicotine pouches. Tobacco Control, 33,193-199. https://doi:10.1136/tobaccocontrol-2022-057280
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Office fédéral de la santé publique (OFSP). (2024). Loi sur les produits du tabac. https://www.bag.admin.ch/fr/loi-sur-les-produits-du-tabac
Stanfill, S., Tran, H., Tyx, R., Fernandez, C., Zhu, W., Marynak, K., King, B., Valentín-Blasini, L., Blount, B. C., & Watson, C. (2021). Characterization of Total and Unprotonated (Free) Nicotine Content of Nicotine Pouch Products. Nicotine & tobacco research: official journal of the Society for Research on Nicotine and Tobacco, 23(9), 1590–1596. https://doi.org/10.1093/ntr/ntab030
