Sind rauchfreie Tabak- und Nikotinprodukte weniger schädlich als Zigaretten?
Ja, nach heutigem Wissensstand sind sie wahrscheinlich etwas weniger schädlich. Sie enthalten jedoch ebenfalls Nikotin, Aromastoffe, Zusatzstoffe und andere Stoffe aus dem Tabak.
Rauchfreie Tabak- und Nikotinprodukte schaden der Gesundheit. Sie sind jedoch weniger schädlich als gerauchter Tabak. Da der Tabak nicht verbrennt, entstehen weder Teer noch Kohlenmonoxid.
Forschende müssen weitere Studien durchführen, um die langfristigen Folgen von rauchfreien Produkten zu verstehen.
Wie schaden mir rauchfreie Produkte?
Du wirst abhängig vom Nikotin
- Nikotin wirkt auf das Gehirn und macht abhängig.
- Snus und Nikotinbeutel enthalten manchmal sehr hohe Mengen Nikotin. Das macht schneller abhängig.
- Die meisten rauchfreien Produkte enthalten Aromastoffe. Das macht sie sehr angenehm und attraktiv, vor allem für junge Menschen.
Du bekommst Probleme im Mund und mit den Zähnen
- Die Mundschleimhaut ist entzündet bei Produkten, die du in den Mund nimmst. Bei Schnupftabak entzündet sich die Nasenschleimhaut.
- Das Zahnfleisch bildet sich zurück.
- Die Zähne nutzen sich ab und verfärben sich.
- Du hast Schmerzen im Kiefer.
Das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten steigt
- Nikotin erhöht den Herzschlag und den Blutdruck. Es beeinträchtigt den Blutfluss in bestimmten Geweben.
- Die Blutgefässe verengen oder verschliessen sich: Du bekommst Arteriosklerose. Das kann zu einem Herzinfarkt oder zu einem Schlaganfall führen.
Das Risiko für Diabetes steigt
- Studien zeigen: Menschen, die viel Snus konsumieren, haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes.
- Typ-2-Diabetes erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten.
Das Risiko für Krebs steigt
Snus, Schnupftabak und Kautabak enthalten Nitrosamine. Diese Stoffe stammen aus dem Tabak und sind krebserregend.
Untersuchungen zeigen, dass Nitrosamine folgende Krebsarten verursachen können:
- Krebs im Mund. Der Konsum von Kautabak erhöht dieses Risiko zusätzlich.
- Krebs in der Speiseröhre
- Krebs in der Bauchspeicheldrüse
Die Menge an Nitrosaminen ist in rauchfreien Tabakprodukten etwas geringer als in gerauchtem Tabak. Das Krebsrisiko ist daher geringer als bei Menschen, die den Tabak erhitzen und rauchen.
Welche Folgen haben rauchfreie Produkte für Jugendliche?
Das Gehirn von Jugendlichen und jungen Erwachsenen befindet sich in einer besonderen Entwicklungsphase. In der Pubertät reift das Gehirn heran und verändert sich stark. Es ist sehr anfällig und empfänglich für Stoffe, die abhängig machen.
Ein früher Kontakt mit Nikotin:
- stört die Entwicklung des Gehirns von Jugendlichen,
- führt zu Problemen mit der Aufmerksamkeit und zu Lernstörungen,
- führt zu mehr Stress und Ängsten,
- macht sehr schnell abhängig.
Welche Folgen haben rauchfreie Produkte für Schwangere?
Studien zeigen: Der Konsum von rauchfreien Tabak- und Nikotinprodukten während der Schwangerschaft erhöht wahrscheinlich bestimmte Risiken beim Neugeborenen. Beispielsweise das Risiko für:
- Frühgeburt,
- Tod des Kindes bei der Geburt,
- niedriges Geburtsgewicht,
- kurzzeitiger Stillstand der Atmung,
- starke Schwankungen von Herzschlag und Blutdruck,
- Fehlbildung der Oberlippe (Lippenspalte).
Warum sind rauchfreie Tabak- und Nikotinprodukte keine sicherere Alternative?
Eine aktuelle Studie untersuchte rauchende Erwachsenen. Sie zeigt, dass Snus:
- dabei hilft, weniger Zigaretten zu rauchen, aber dass
- die Abhängigkeit nach Nikotin bestehen bleibt.
Auch rauchfreie Produkte enthalten Nikotin und zahlreiche schädliche Stoffe, wie beispielsweise Nitrosamine.
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