Viele Jahre lang hat die Industrie ein attraktives und positives Bild vom Rauchen vermittelt. Heute wissen wir, dass Rauchen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs erhöht. Und Tabak ist auch schlecht für die Sexualität und die Fruchtbarkeit.
Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Rauchen und sexuelle Gesundheit.
Hat Rauchen Einfluss auf die sexuelle Lust und Erregung?
Ja, Rauchen hat oft direkt Einfluss auf unser Sexleben:
- Du hast weniger Lust.
- Du spürst weniger Erregung.
- Du hast Schwierigkeiten, zum Orgasmus zu kommen.
- Du hast eine trockene Scheide.
- Du hast Erektionsstörungen. Das heisst, dein Penis wird nicht mehr richtig steif.
Die giftigen Stoffe im Tabak
- verengen die Blutgefässe. Das Blut fliesst schlechter. Du bist deshalb weniger empfindlich. Das kann die sexuelle Lust mindern.
- sind schlecht für die Produktion von Sexualhormonen. Dein Östrogen- und Testosteronspiegel sinkt. Diese Hormone sind wichtig für die sexuelle Lust.
- nehmen dir Energie. Sie verursachen allgemeine Müdigkeit. Du hast deshalb vielleicht weniger Interesse am Sex.
- erhöhen Stress und können Ängste auslösen. Stress und Ängste können dazu führen, weniger sexuelles Verlangen und sexuelle Lust hast.
Wie wirkt sich Rauchen auf die Erektionsfähigkeit aus?
Rauchen ist schon in geringen Mengen schlecht für die Erektion.
Eine Erektion entsteht, wenn viel Blut in den Penis fliesst. Das heisst, es muss genug Blut in den Penis kommen, um eine Erektion zu bekommen. Bestimmte Stoffe im Tabak verringern die Durchblutung des Penis.
Warum kann eine Erektionsstörung ein Anzeichen für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sein?
Rauchen schädigt die Arterien. Arterien sind Blutgefässe. Sie transportieren das Blut vom Herzen zu den Geweben und Organen des Körpers.
Die Arterien im Penis können sich entzünden oder verengen. Sie sind oft schon vor denen im Herzen geschädigt. Eine Erektionsstörung kann daher schon Jahre vor den ersten Anzeichen einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung auftreten.
Rauchst du und hast Erektionsstörungen? Sprich mit deinem Arzt darüber.
Wie wirkt sich Rauchen auf die Menstruation aus?
Rauchen kann das prämenstruelle Syndrom (PMS) verschlimmern
Rauchen kann das prämenstruelle Syndrom (PMS) verschlimmern und die Beschwerden verstärken. Das PMS verursacht Schmerzen und Unwohlsein vor der Regel.
Rauchen führt zu
- mehr Nervosität, Angst oder Traurigkeit.
- mehr körperlichen Beschwerden: du hast Spannungsgefühl in den Brüsten, du fühlst dich voll und lagerst Wasser ein. Deine Regelblutung ist oft unregelmässig.
Warum ist das so? Die giftigen Stoffe im Tabak
- machen dich empfindlicher für Stress,
- stören deinen Hormonhaushalt,
- verringern die Produktion und Wirkung von Östrogenen.
Rauchen führt zu früherer Menopause
Die Menopause setzt bei Raucherinnen im Durchschnitt ein bis vier Jahre früher ein als bei Nichtraucherinnen.
Der Grund dafür ist, dass Tabak den Hormonhaushalt beeinflusst:
- Der Östrogenspiegel sinkt.
- Die Eierstöcke altern schneller.
- Die Eizellreserve und die Wirkung des Östrogens nehmen ab.
Bei Frauen in den Wechseljahren erhöht Rauchen zudem das Risiko für Knochenschwäche (Osteoporose).
Wie wirkt sich Rauchen auf die Fruchtbarkeit aus?
Rauchen oder Passivrauchen erschwert, dass du als Frau schwanger wirst oder als Mann Kinder zeugen kannst. Warum ist das so?
Wie wirkt sich Rauchen auf die Fruchtbarkeit von Frauen aus?
Die giftigen Stoffe im Tabak:
- beschädigen das Erbgut der Eizellen,
- senken den Östrogenspiegel im Körper. Die Menstruation und der Eisprung werden unregelmässiger.
- schädigen die Gebärmutter und die Eileiter.
Diese Veränderungen verringern die Chancen auf eine Schwangerschaft. Ausserdem erhöhen sie das Risiko einer Fehlgeburt oder einer Eileiterschwangerschaft.
Wie wirkt sich Rauchen auf die Fruchtbarkeit von Männern aus?
Die giftigen Stoffe im Tabak
- beschädigen das Erbgut der Spermien: Raucher haben weniger Spermien, ihre Spermien haben eine abnormale Form und sind weniger beweglich.
- senken den Testosteronspiegel.
Diese Veränderungen verringern die Chancen, dass du als Raucher ein Kind zeugst.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane?
Tabak enthält viele krebserregende Stoffe. Diese Stoffe gelangen ins Blut und kommen mit den Zellen verschiedener Organe in Kontakt. Das kann Krebs verursachen.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Rauchen Krebs an diesen Geschlechtsorganen verursachen kann: Brust, Eierstöcke, Vagina und Prostata.
Rauchen und humane Papillomviren (HPV)
Humane Papillomviren (HPV) sind Viren, die beim Sex übertragen werden. Sie sind die Hauptrisikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs und Analkrebs. Sie können auch die Vulva, den Mund und den Rachen befallen und dort Krebs auslösen.
Wenn du rauchst und dich mit HPV ansteckst, dann steigt dein Risiko zusätzlich:
- Die Stoffe im Tabak verstärken die schädliche Wirkung der Humanen Papillomviren.
- Die Humanen Papillomviren produzieren mehr krebserregende Proteine, wenn du rauchst.
- Tabak schwächt deine Immunabwehr. Dadurch braucht dein Körper länger, um die Humanen Papillomviren zu besiegen.
Wenn du mit dem Rauchen aufhörst, steigt deine sexuelle Zufriedenheit:
- Du verspürst mehr Lust.
- Du hast weniger Schmerzen während der Menstruation.
- Du bist fruchtbarer und kannst einfacher schwanger werden oder Kinder zeugen.
Willst du aufhören zu rauchen? Die Fachberaterinnen und Fachberater von stopsmoking begleiten dich individuell bei deinem Vorhaben. Sie beantworten deine Fragen. Du kannst sie telefonisch oder online kontaktieren, auch anonym.
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